Das Dach

Die Tragstruktur des Obergeschosses aus den vorproduzierten Bambusrahmen konnte innerhalb von etwa zwei Wochen komplett auf dem Ringanker aufgestellt und verbunden werden. Somit war das Wohnhaus zu Anfang Dezember dann bereit, ein Dach zu bekommen. Hierfür mussten noch die Dachlatten aus Bambus, die wir am Boden auf die richtige Länge zuschnitten nach oben gebracht und montiert werden.

Anders als bei der Garage entschlossen wir uns, die Dachlatten des Wohnhauses aus einzelnen Bambusen zu bauen. Diese sind jeweils durch eine Überlappung miteinander verbunden und überspannen so die fünf Felder des 20 m langen Dachs.
Zuerst wurden die Latten der beiden äußeren und des mittleren Feldes befestigt. An dieser Stelle nutzten wir Gewindestangen, die die Dachlatten mit den beiden Bambusen des darunterliegenden Sparrens verbanden. In den beiden anderen Feldern konnten die Dachlatten dann einfach auf die bereits befestigten angelegt werden und die Überlappung wurde mit zwei Bambusnägeln und einem Seilknoten fixiert.

Die Dachabdeckung selbst sollte dieses Mal tatsächlich das schon im Beitrag ‚Ein Dach für die Garage‘ vorgestellte Tetra-Pak-Dach der Firma Thai Greenroof werden. Mit reichlich Unterstützung des BAAN DOI Teams konnten wir sogar ein Sponsoring des Dachs durch die Firma erreichen und konnten einige Tage nach der Zusage 200 Platten in Chiang Mai abholen.

Seit letzter Woche sind mehrere Zweier-Teams auf den beiden Dachhälften zugange und montieren die Platten aus wiederverwendeten Tetra-Pak Verpackungen.

Besuch aus Österreich

Letzte Woche bekamen wir gleich von mehreren Gästen Besuch auf unserer Baustelle. Zum einen war Sigi Atteneder, Leiter von BASEhabitat und begleitender Professor des Projekts für die ganze Woche in Mae Sai. Er hatte uns auch schon im letzten Jahr bei der Recherchereise nach Nordthailand begleitet und sah das Baugrundstück seitdem zum ersten Mal wieder – gerade rechtzeitig um am Dienstag lang erwartete Gäste darauf in Empfang zu nehmen: Helmut Seitz, Manuel Bayer und Bernd Michelitsch, ebenfalls aus Österreich angereist, besuchten das Kinderhaus und das zukünftige Landwirtschaftszentrum von BAAN DOI, auf dessen Grundstück wir gerade bauen.
Die Anwaltskanzlei Hasberger_Seitz und Partner aus Wien spielt eine wichtige Rolle in der ersten Bauphase des Projekts: sie ist Sponsor für das Wohnhau, das aktuell im Bau ist und unterstützte auch schon die Garage und das Werkstattgebäude finanziell.

Zum besonderen Anlass des Besuchs stellten wir die letzte Rahmenhälfte des Wohnhauses mit der über zwei Geschosse verlaufenden Bambusstütze auf.
Obwohl wir uns bis zum Ende nicht ganz sicher waren, wie gut der vorproduzierte Rahmen in dieser Größe noch zu händeln sein würde, entschlossen wir uns die Schablone am Boden auch in diesem Fall zu nutzen und alle Teile der Rahmenhälfte liegend miteinander zu verbinden.

Im Moment des Aufstellens packten dann selbst unsere Gäste mit an!
Mithilfe mehrerer temporär angebrachten Bambusstangen schafften wir es, den Rahmen auch stehend auszubalancieren und alles in die richtige Position zu bringen.

Endspurt

Wie im Flug ist die Zeit vergangen und auf der Baustelle brechen für uns schon die drei letzten Wochen an. Vor allem die Arbeit der letzen zwei Wochen ist sehr sichtbar, da wir seit der Fertigstellung des Ringankers nun endlich direkt am Wohnhaus arbeiten können und vorgedachtes und vorproduziertes umsetzten. Das Gebäude wächst jeden Tag ein Stück mehr und nimmt nach und nach Gestalt an.

Für den letzen Block unserer Arbeit haben wir uns klare Ziele gesetzt und es geht nun darum, den Rohbau des Wohnhauses soweit abzuschließen, dass zu einem späteren Zeitpunkt daran weitergearbeitet werden kann. Priorität hat dabei natürlich das Dach, das vor allem die Bambus- und Holzkonstruktion vor Witterung schützen soll.

Grundsätzlich sind wir derzeit in zwei Teams aufgeteilt, die jeweils aus thailändischen Arbeitern und Studierenden bestehen. Dabei arbeitet eine Gruppe auf Erdgeschossniveau und mauert die Ziegelwände, das zweite Team kümmert sich um alles, was mit der Bambuskonstruktion zu tun hat. Hierbei bereiten ein paar Leute Teile am Boden vor, die dann vom restlichen Team im Obergeschoss montiert werden. In der letzten Woche wurden alle weiteren Rahmen aufgestellt und es fehlt nur noch eine Rahmenhälfte. Diese hat die Besonderheit, dass die Bambusstützen nicht auf dem Ringanker enden, sondern mit einer Höhe von 5,70 m bis auf einen Betonsockel im Erdgeschoss reichen. Danach wird es darum gehen, die Dachlatten an der Haupttragstruktur zu befestigen, auf denen dann das Dach befestigt wird.

Je nachdem wie zügig die Arbeiten so voran gehen werden, wäre auch die Holztreppe noch ein Thema für diese Bauphase.

Der erste Bambusrahmen steht!

Dienstag Nachmittag hatten wir bereits die ersten Stützenpaare der langen Mittelstützen an den beiden Enden des Gebäudes auf den Ringanker gesetzt, kurz darauf folgten auch die beiden Rahmenteile zu beiden Seiten. Nun kann man schon recht gut eine Ahnung davon bekommen, wie das Wohnhaus aussehen wird.

Die Bambusstützen sind durch zwei Bolzen aus Gewindestangen über die Gesamtlänge miteinander verbunden. Um die Stützen auf dem Beton zu befestigen steht für jedes Bambusrohr eine Bewehrungsstange etwa 50 cm aus dem Ringanker heraus, über diese der Bambus gestülpt wird. Wie beim Bau der Garage wurden bis auf diese Höhe die Nodien des Bambus durchbohrt, meist erreichten wir den zweiten Knoten. Mittlerweile hatte Barbara uns zusätzliche Lochsägen-Aufsätze der Firma Hilti aus Österreich mitgebracht den wir durch eine Rundstahlstange verlängerten und womit wir die Nodien schnell durchbohren konnten.

Nach dem Aufstellen richteten wir die Stützen so aus, dass sie in beide Richtungen senkrecht standen und fixierten sie mit zwei dünnen Bambusstangen, die wir als aussteifende Diagonalen zuvor mit Seilen temporär an der Stütze befestigt hatten. Das andere Ende der Diagonalen wurde ebenfalls mit Seilen an den Deckenbalken befestigt, wovon die ersten schon auf dem Ringanker verschraubt wurden. Die Diagonalen halfen uns auch dabei die Stütze im Gleichgewicht zu halten als wir diese anheben und über die Bewehrungsstangen setzen mussten.

Vor dem Ausgießen des unteren Teils der Bambusstützen richteten wir das verbundene Stützenpaar nochmal in sich auf der Achse aus und umrahmten die genaue Position mit kurzen Holzbrettern. Diese befestigten wir mit Beton-Nägeln direkt im Ringanker, damit sich nichts mehr verschieben konnte.

Außerdem sägten wir mit dem Lochsägen-Aufsatz etwa am oberen Ende des Internodiums, in dem die Bewehrungsstange endet, ein Loch mit dem Durchmesser 5,2 cm. Durch diese Loch füllten wir mithilfe eines halben Stahlrohres Beton ein, der den Hohlraum zwischen Bambuswand und Stahlstange auffüllen sollte und so die Befestigung des Bambus am Ringanker vervollständigte.
Als letzter Schritt wurde der Bambus und die Öffnung von Betonresten befreit und dann mit einem Bambus-Plug geschlossen und verleimt.

Am nächsten Tag, nachdem der Beton zumindest über die erste Nacht etwas aushärten konnte, wollten wir die beiden Seitenstücke für den ersten Rahmen aufstellen und im Fall dass alles passen würde, direkt montieren.

Mit vier Personen trugen wir die kleinere Rahmenhälfte aus dem Werkstattgebäude an die Baustelle des Wohnhauses. Die Ziegel, die gerade noch im mittleren Feld auf der Bodenplatte gelagert sind, konnten wir als Zwischenebene nutzen und den Rahmen so auf die Ebene des Obergeschosses heben. An dieser Stelle halfen immer noch einige Personen mehr mit den Rahmen schrittweise nach oben zu befördern.
Oben angekommen richteten wir den Rahmen an der richtigen Stelle vorerst horizontal aus und stellten ihn je nach Anzahl der anpackenden Personen direkt auf. Wie zuvor bei den einzelnen Stützen knoteten wir in zwei Richtungen dünnere Bambusstangen an, die als Hilfskonstruktion zur Abstützung und Ausrichtung der Rahmen dienten. Der Sparren wurde vorerst ebenfalls mit einem Seil an der Sütze angebunden.

Genau wie bei dem ersten Teil gingen wir auch bei der zweiten Rahmenhälfte vor und tatsächlich passte alles ganz wunderbar zusammen!

Vorproduktion der Bambusrahmen

Um in unserem sehr engen Zeitplan von nur knapp 3 Monaten zumindest den Rohbau des Wohnhauses fertigstellen zu können, galt es die Zeit bis zm Ende der Betonarbeiten am Wohnhaus bestens zu nutzen und so viel wie nur möglich vorzubereiten.

Eines der wichtigsten Themen ist hierbei die Bambuskonstruktion, die die tragende Struktur des Obergeschosses bildet und letztendlich das Dach des Hauses tragen wird. Ähnlich wie bei der Garage besteht das System aus Rahmen, die in einem Achsabstand von knapp über 3 Metern aufgestellt werden. Dieses Mal bilden die Rahmen jedoch ein Satteldach aus, sodass an drei Stellen pro Achse Stützen auf dem Ringanker stehen werden.

Die Idee war nun, den noch vorhandenen Bambus in unserem Lager zu nutzen und Einzelteile der Bambuskonstruktion am Boden vorzubereiten, um diese dann möglichst schnell auf der Betonkonstruktion im Obergschoss aufzustellen und zu verbinden.

Gemeinsam mit Christian kamen wir beim Durchsprechen der Bambuskonstruktion auf die Idee, die Rahmen nicht als Ganze sondern in zwei Hälften vorzufertigen. Dadurch würden sie leichter und einfacher zu händeln bleiben und wir sahen eine realistische Möglichkeit, diese halben Rahmen ohne die Hilfe eines Krahns auf die Ebene des Obergeschosses befördern zu können. Außerdem würde die nur teilweise Vorfertigung der Rahmen noch zulassen auf kleine Abweichungen in den Maßen zu reagieren. Schon allein der Bambus, der als natürliches Baumaterial nicht kerzengerade ist, fordert Toleranzen ein und erschwert eine vollkommen präzise Vorfertigung.

Zur Vorbereitung der Rahmen am Boden wurde eine Schablone abgesteckt, die insgesamt einen gesamten Querschnitt der Bambuskonstruktion abbildet. Anhand dieser sollen jeweils die halben Rahmen gebaut werden. Die Schablone markiert durch im Boden steckende Bewehrungsstangen einfassend die Position von Stützen, Sparren und den aussteifenden Diagonalen.

In einem ersten Schritt stellten wir die Sparren der Bambusrahmen her. Hierzu nutzt wir wieder zwei Bambuse der dünneren Sorte Mai Luak, die wir aus mehreren Stücken versetzt zueinander mit Bambusnägeln, anstelle von Gewindestangen, verbanden. Die Bambusnägel sitzen in Abständen von knapp unter einem Meter immer an den Punkten, an denen möglichste beide Bambusstangen nah an einem Knotenpunkt durchbohrt werd können. Hier ist der Bambus durch die Zwischenwand am stärksten und kann eine Durchbohrung, die gleichzeitig eine Schwächung ist, am besten verkraften.

Nachdem auch für die Stützen die passenden Bambusstangen ausgewählt und zugeschnitten wurden, konnten diese und der Sparren in der Schablone positioniert und temporär durch Seile in der richtigen Position befestigt werden. Dann bohrten wir beiden Löcher für die Bolzen durch alle drei Bambuse und verschraubt diese mit Gewindestangen.
Beim Bau der Garage hatten wir festgestellt, dass manche Verbindungen dieser Art den Bambus schädigten und gerade an sehr dünnen Stellen am oberen Ende der dünnen ‚Mai Luak‘ Stangen Risse entstanden. Vermutlich waren die Muttern an manchen Gewindestangen zu stark angezogen. Durch Spannungen, die in den aus zwei Bambusen zusammengesetzten Sparren entstehen, wenn sich die einzelnen Stangen auch nur leicht in unterschiedliche Richtungen biegen, wirkten zusätzlich starke Kräfte auf den Bambus ein. Wir achteten also stark darauf die Bolzen nur so fest zu ziehen, dass sich die Muttern nicht mehr bewegten und die Bambusstange in ihrer Position fixiert waren.

Die ’supports‘ für die untere Befestigung der Diagonalen der Rahmen übernahmen wir ebenfalls aus der Konstruktion der Garage. Zu Beginn schraubten wir diese noch in liegender Position am Boden fest, was aber durch ihre Lage auf der Achse der dicken Stützen etwas komplizierter war als im Stehen.
Später änderten wir den Ablauf so, dass der halbe Rahmen aus verbundener Stütze und Sparren aus der Schablone genommen und aufgestellt wurde. Den Fußpunkt stellten wir auf einem Stück Plywood auf um einen ebenen Untergrund für den nächsten Schritt zu haben. Dann fixierten wir den Rahmen an dem Holzgerüst, das eigentlich dafür da war, die Bambuse nach der Vorbereitung im Borax-Bad zum Trocknen anzulehnen. Jetzt konnten wir die beiden kurzen Senkrechten, in die oben ein ‚fishmouth‘ gesägt war, einfach vor die Stützen stellen, ausrichten und fixieren. Das horizontale Stück fixierte wir mit der Zeit auch nicht mehr an der Stütze, sondern nutzten die ‚fishmouth‘-Verbindung und befestigten sie nach unten auf die zwei senkrechten Bambusstücke .

Nach dem Anbringen des ’supports‘ wurde der Teilrahmen wieder mit 3-4 Personen auf den Boden und zurück in die Schablone gelegt. Im letzten Schritt sollte die aussteifende Diagonale zwischen dem Sparren und dem horizontalen Stück des ’supports‘ befestigt werden. Am unteren Ende der Diagonalen wurde ein ‚fishmouth‘ passend zum horizontal liegenden Bambus gesägt und geschliffen. Bei dieser Art der Verbindung ist es wichtig, dass der umgreifende Teil exakt auf auf den anschlißenden Bambus passt. Jeder Fischmund musste also individuell angepasst werden. Hierin entwickelte sich Patricia zu unsere Spezialistin und schliff schon bald die perfekte Fischmünder. Mit der Lochsäge wurde grob die erste Rundung eingesägt, die genaue Form dann aber mit dem Winkelschleifer und einer Schleifscheibe als Aufsatz geschliffen.

Die vorgefertigten (Teil)Rahmen lagerten wir bis zu ihrer Benutzung unter dem Dach der Bambuswerkstatt.

Bambus-Brücke

Während alle anderen mit der Vorbereitung des frisch gelieferten Bambus und der Produktion der Bambusrahmen beschäftigt waren, waren wir für diese Aufgaben genau eine Person zu viel. Als alle Posten besetzt waren, blieben Sarah und unser Dolmetscher Peter übrig, die für diese Zeit unsere Infrastruktur auf dem Grundstück mit einer Brücke über den Kanal aufbesserten.

Sie nutzten dafür zwei Stangen des dicken Mai Boks, der von der Lieferung sowieso noch am Kanal lag und legten diese über den Graben. Darauf befestigten sie Stücke des dünneren Mai Luaks, die beim zurechtsägen der Stangen übrig blieben. Diese banden sie mit dem selben Knoten fest, den wir zuvor auch bei der Befestigung der Dachlatten der Garage benutzt hatten. Auf der Oberseite nagelten sie zuletzt noch eine Schicht Holzbretter auf.

Bambuslieferung

Wie vom Bambus-Händler versprochen, erreichte uns letzte Woche die Lieferung unserer Bestellung von 267 Bambusstangen (bestellt waren 240) der schmaleren Sorte Mai Luak und 44 Stangen (bestellt waren 40) der breiten Sorte Mai Bok.
Von den Bergen aus bahnte sich ein Gewitter und Regen an und wir waren gerade dabei alles regensicher abzudecken und aufzuräumen, als der LKW mit der Ladung um halb 6 abends auf dem Grundstück ankam. Schnell packten alle von uns und auch Sak und seine Arbeiter mit an, um die Stangen vom Wagen auf die vorbereiteten Lagerhölzer zu bringen. Als Regen und Dunkelheit immer stärker wurden brachen wir das geordnete Abladen ab und der LKW-Fahrer schmiss den restlichen Bambus durch abruptes Rückwärtsfahren von der Ladefläche. Das ganze blieb so bis zum nächsten Morgen liegen, denn es war mittlerweile dunkel.

Am nächsten Tag wurde zuerst das restliche Bambus-Chaos versorgt. Nun lagen die bestellten aber noch nicht behandelten Bambuse an der ersten Station, die diese bis zur Nutzung als Konstruktionsmaterial noch zu durchlaufen hatten. Als erstes wurden die Stangen auf ca. 7 m, die Länge unseres Borax-Pools, zugesägt und anschließend im Kanal mit Schwämmen und Bürsten gereinigt. Wichtig ist hierbei, die äußerste und stärkste Schicht des Bambus nicht zu beschädig, weshalb Quellen im Internet meist von (Stahl)Bürsten abraten und stattdessen einen Hochsruckreiniger empfehlen, der in unserem Fall jedoch nicht zur Verfügung stand.

Nach der Reinigung trugen wir den Bambus vom Kanal zum Bambuslager bzw. Werkstattgebäude, unter dem eine Station zum Durchbohren der Nodien aufgestellt wurde. Der Bambus muss zur Nutzung als dauerhafteres Baumaterial für einige Zeit in einer Lösung aus Borsalz, Borsäure und Wasser eingelegt werden, die dafür sorgt dass dem Bambus Stärke entzogen wird. Er wird dadurch resistent gegenüber Termiten und anderen Insekten.
Damit dieser Vorgang passieren kann muss die Lösung von innen an den Bambus rankommen, weshalb es nötig ist, die durchgehenden Wände an den Knotenpunkten zu durchbohren. Alternativ kann auch in jedes Internodium, also zwischen zwei Knoten, ein kleines Loch von außen in den Bambus gebohrt werden. Dies wäre am Ende jedoch sichtbar und eine kleine Schwächung des Bambus an der äußersten und stärksten Schicht, weshalb wir uns für die andere Variante entschieden.
Die knapp über 7m langen Bohrer stellten wir selbst her, indem wir eine Flachfräsbohrer diamantförmig zuschliffen und dann an einen langen Rundstahl anschweißten.

Nach dem Bohren legten wir die Bambusstangen in die Boraxlösung und sorgten dafür, dass alle Stangen unter Wasser gedrückt wurden um sich mit der Lösung zu füllen. Nach 10 Tagen werden wir die Stangen aus dem Bad herausnehmen und trocknen lassen. Gerade befindet sich die Hälfte der bestellten Stangen im Bad, alle anderen sind soweit vorbereitet, dass diese direkt nach Entnahme der Anderen eingelegt werden können.

Insgesamt arbeiteten wir mit sechs bis acht Personen etwa 4 Tage daran den gesamten Bambus vorzubereiten.